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Mitglieder und ihre Fahrzeuge Mitglieder Rita & Dietmar Otte

Mitglieder Rita & Dietmar Otte

Mitglieder Rita & Dietmar Otte mit Ihrem „Fridolin“ Ford Model A Sport Coupe 1928

Der erste Kontakt mit Oldtimern war die ASC Frühlings-Ausfahrt 2011 in Siegen.
Wir durften einen BMW-Barockengel und ein Jahr später einen Pierce-Arrow bewegen.
Danach packte uns das Fieber ein eigenes Fahrzeug zu besitzen. Nach einigen Gesprächen mit Oldtimerbesitzern mit langen Gesichtern, die versuchten Ersatzteile für Ihre Fahrzeuge zu bekommen viel unsere Endscheidung auf das Ford Model A.
Die Beeinflussung ist ja groß. Es gibt ja so viele Mitmenschen mit großer Erfahrung, aber jede Erfahrung ist eine eigene, eine andere.
Ich war der Auffassung, dass wir unsere eigene Erfahrung machen müssen und es sollte etwas vor 1930 sein.
Es gab eigentlich keinen richtigen Grund, nur so ein inneres Bedürfnis.

Wir haben dann einen wunderschönen Fordor gefunden der uns jedoch vor der Nase weggekauft wurde. Das Wunschfahrzeug wurde danach der Roadster. Schwer zu finden und oftmals zumindest in Europa überteuert.
Auf dem Weg sind uns einige interessante Fahrzeuge begegnet, auch mit Kotflügeln aus Karbon.
Der Kompromiss wurde dann im August 2015 bei Klassische Fahrzeuge Mario Engels in Elsdorf gefunden. Ein Ford Model A Sport Coupe Baujahr 1928, mit Stoffdach und amerikanischem Title.
Kein Roadster, aber dabei hätte ich sowieso eine Mütze aufsetzen müssen und nass wird man im Sport Coupe auch nicht so viel.
Der Wagen war fahrfähig aber noch nicht zufriedenstellend.
Es war klar, dass es noch eine Menge zu tun gab bis der Wagen meinen Ansprüchen genügen würde.

Erste Überarbeitungen war: 
– neue Elektrik
– der Versuch die Bremsen neu einzustellen.
– beim ersten Test haben wir uns die Finger am Massekabel verbrannt, weil da einfach kein Strom mehr durchfließen wollte.
– an den Stehbolzen der Radbefestigung waren fast alle Gewinde verschlissen.

Die erste Ausfahrt waren nur 100 Meter. Danach stellten wir fest, dass der Tank erheblich verschmutzt und rostig war. Wir haben immer wieder Benzin umgefüllt und gefiltert bis sich ein einigermaßen stabiler Zustand für die kurze Fahrt zum TÜV ergab. Trotz aller Unkenrufe hat es geklappt und es war ein Erlebnis.
Beim TÜV gab es dann Diskussionen über Verbundglas in der Windschutzscheibe.
Ich habe allerdings später gelesen, dass Henry Ford ab dem Model A alle Fahrzeuge mit Verbundglas-Windschutzscheiben ausgerüstet hat. Grund war wohl, dass bei einer der ersten Fahrten ein Testfahrer schwer verunfallt ist.
Der Bremsenprüfstand zeigte vorne eine gerade so Bremswirkung und hinten war auch ein wenig Bremswirkung zu erkennen. Dann die obligatorische Diskussion über ein kleines Kennzeichen.
Der Mann vom TÜV war gerecht und gnädig. Damit war die erste große Hürde genommen und wir durften mit dem Segen des TÜV´s auf die Straße.

Dann kam die Reparaturstufe 2:
– Tank ausbauen und reinigen lassen
– Bremsen überarbeiten.
– Vorne neue Bremstrommeln, hinten neu belegt und alles eingestellt.
– Alles mechanisch einwandfrei und glücklicherweise Bremsen auf allen 4 Rädern.

Nach den ersten Fahrten wurde der Betriebsflüssigkeitsverbrauch auf 100 km bewertet:
20 Liter Benzin, 0,5 Liter Motoröl und 3L Wasser.
Der Benzinverbrauch wurde durch einen neuen Vergaser und die Zündeinstellung optimiert
Öl hat er nicht verbrannt, sondern über das hinterer Kurbelwellenlager an die Kupplungsglocke abgegeben. Anfänglich haben wir das Öl mittels einer untergebauten kleinen Wanne aufgefangen.  So war es zumindest möglich, auch auf fremdem Pflaster zu stehen. Des Rätsels Lösung war die Optimierung des Ölrücklaufröhrchens am hinteren Hauptlager.
Und nach mehrmaligem Reinigen und Spülen des Kühlers sowie dem Einbau eines Ausgleichsbehälters, war diese Baustelle auch erfolgreich beendet.
Da ein Ventil verbrannt war, wurde der Motor komplett zerlegt und mit etwas Hilfe wieder zusammengebaut. All die Arbeiten haben einen Höllen-Spaß gemacht. Bei den Ausfahrten haben wir mit unserem Friedolin viele nette Menschen kennengelernt und freuen uns nun auf die neue Saison.

Mit den besten Schnauferl Grüßen

Rita & Dietmar Otte